Freitag, 6. Oktober 2017

Angst vorm weissen Mann

Angst vorm weißen Mann oder Allergie vor weißen Kitteln...Sicher bin ich nicht der Einzige der beim Geruch von ätherischen oder desinfizierenden Produkten Übelkeit und Angst bekommt, der allein bei den Gedanken oder beim Anblick eines Arztes in Panik verfällt. Es gibt viele Situationen, das kann beim Impfen sein, 

 

vor anstehenden Operationen oder wie bei vielen Patienten schon der Gedanke, bzw. der Gang zum Arzt oder Zahnarzt.

Ich selbst bin so ein Mensch, muss aber sagen, es beginnt alles im Kopf. Meine Erfahrungen besagen, die Angstzustände haben meist einen Grund, sie beruhen auf schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit.

Bei mir war es früher so, dass mir schon beim Impfen in der Schule übel wurde und mein Kreislauf zusammen gebrochen ist. Das zog sich so weiter durch mein Leben, auch in der Lehre und beim Militär gab es immer wieder Zwischenfälle wo mir übel wurde und ich einfach umkippte.

Eine Situation möchte ich schildern, wo ich sage, es beruht auf schlechten Erfahrungen. Während meiner Armeezeit musste ich zwangsläufig den Regimentszahnarzt aufsuchen, doch von Arzt war der wohl meilenweit weg. Er furkelte mit seinen Fingern und irgendwelchen Werkzeugen in meinen Mund herum. Die Ursachen meiner Schmerzen hat er zwar beseitigt, doch ich hatte mir geschworen, hier kommst du nicht mehr hin. Nach diesen qualvollen Eingriff vermied ich jahrelang den Gang zu einen Zahnarzt. Doch es kam der Tag, wo mich Zahnschmerzen ereilten. Zwangsläufig musste ich mir einen Zahnarzt suchen. Ich wurde im Nachbarort fündig, es war eine Frau. Ich erzählte ihr meine Geschichte in Kurzform. Sie war sehr einfühlsam und ging es langsam an. Dabei erzählte sie mir immer was sie tun würde. Langsam kamen wir zum Ende der ersten Behandlung, ich hatte kaum etwas gespürt und schon auf dem Heimweg ließen die Schmerzen nach. Ich war froh da gewesen zu sein und wusste nun, sie hat mir geholfen. Das nächste mal war halb so schlimm.

Nun nach vielen Jahrzehnten sollte ich mich für einen Zahnersatz entscheiden. Also fest stand, ich wollte auf keinen Fall etwas zum Herausnehmen, da kam nun nur das Implantat in Frage. Mein Hauszahnarzt machte die Voruntersuchung und riet mir, es in einer Zahnklinik unter Narkose machen zu lassen. Er kannte mich ja schon viele Jahre und auch bei ihm hatte ich schon öfter mit dem Kreislauf zu kämpfen. Also Termin in einer Zahnklinik. Voruntersuchung und Gespräche legten alle Unklarheiten offen. Ich entschied mich, den Eingriff machen zu lassen. Narkose, oder wie der Fachmann sagt, Teilsedidierung, wurden eingeplant. Natürlich ist dieser Punkt zum Selbstkostenpreis wie auch die Implantate selbst. Nur zu den eigentlichen Zähnen gibt wohl die Kasse einen Obolus dazu.

Das Organisatorische war geklärt, der Termin stand. Es ging los, Implantat auf einer Seite wurde gesetzt und auf der anderen Seite wurde gleich ein defekter Zahn entfernt.

 

Dort sollten dann später zwei Implantate eingepflanzt werden. Dies war nun zum Ende des Jahres der Fall. Wieder unter Narkose erfolgte der Eingriff. Doch reichlich zwei Wochen mit Schmerzen. Wieder in die Klinik, eines der Beiden nicht eingewachsen, musste wieder entfernt werden. Ja, aber so spontan konnte es nur unter örtlicher Betäubung geschehen. Ich hatte es überlebt. Eine Verheilzeit von drei Monaten wurde angesetzt. Ich lies mich beraten ob denn der neue Eingriff länger dauere als das Entfernen des nicht eingewachsenen Implantates. Es wurde mir gesagt, wenn ich das Entfernen so geschafft habe, würde ich auch das Einsetzen dann ohne Narkose schaffen. Ich lies mich überzeugen und fuhr nach Hause. Bestimmt einen Monat stellte ich mir jeden Tag den neuen Eingriff mit Ängsten vor. Eines Tages dachte ich nicht mehr daran. Selbst an den Tag, als der Eingriff dann anstand, hatte ich keine Probleme. Ich sagte mir, jetzt gehst dahin und lässt das machen und fertig. Ja, schön und gut, dies ging so lang bis ich endlich im Wartezimmer saß. Hier kamen mir dann Gedanken, was passiert, was wird gemacht und die Angstzustände flammten wieder auf. Aber als ich dann auf den Stuhl lag und der Arzt kam und ruhig auf mich einredete, leise Musik im Hintergrund anstellte und mir immer sagte was er macht, schwand langsam meine Angst. Nach einiger Zeit verkündete er, er sei fertig. Ich war so froh, aber es war zum Aushalten. Nun hoffe ich, dass dieses Teil ordentlich einwächst und alles gut wird.

Immer daran denken, der weiße Mann hilft, er will nichts böses.

Ich hoffe mein Artikel kann den Einen oder Anderen etwas die Angst nehmen.

War es doch zuviel, hier geht's zur Entspannung.



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